Fremde Orte & Landschaften
Mit der Anschaffung einer Großformatkamera habe ich mich speziell der Landschaftsphotographie gewidmet. Die Entscheidung für dieses anspruchsvolle Aufnahmeformat war zugleich eine bewusste Entscheidung für Entschleunigung. Das erhebliche Gewicht einer Großformatkamera lässt keine schnellen, beiläufigen Aufnahmen zu – und gerade darin liegt ihr Reiz. Landschaften bieten den idealen Raum für diese Arbeitsweise: Sie verlangen kein hastiges Reagieren, sondern Aufmerksamkeit, Geduld und ein sensibles Gespür für Licht, Atmosphäre und den richtigen Zeitpunkt zum Auslösen.
Die Arbeit mit der Großformatkamera ist für mich eine meditative Tätigkeit. Jeder Schritt – vom Aufbau über die Wahl des Bildausschnitts bis hin zur Fokussierung unter dem dunklen Tuch – erfordert Konzentration und innere Ruhe. Jede Aufnahme muss wohlüberlegt sein, denn die Entwicklung der Negative ist zeitintensiv und aufwendig. Spontane Serien sind kaum möglich; stattdessen entsteht jedes Bild aus einer bewussten Auseinandersetzung mit dem Motiv. Dieses langsame, bedachte Arbeiten schärft den Blick und vertieft die Beziehung zur Landschaft.
Auch mit dem späteren Wechsel zur digitalen Kleinbildkamera habe ich mir diese Haltung bewahrt. Obwohl das Kleinformat deutlich leichter und flexibler ist und den Vorteil bietet, die Kamera nahezu überallhin mitnehmen zu können, blieb meine Arbeitsweise von Ruhe und Sorgfalt geprägt. Die meisten Aufnahmen entstanden weiterhin mit dem Stativ, in bewusster Reduktion auf das Wesentliche.
„Ich glaube wirklich, dass es Dinge gibt, die niemand sehen würde, wenn ich sie nicht fotografieren würde“
– Diane Arbus –